Die Zukunft Deutschlands ist die Zukunft der Welt

Thomas Carlyle


Donnerstag, 31. Mai 2012

Krise? Welche Krise?

gefunden auf  [SCHNITTPUNKT : 2012] 
von Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)

Ein Freund fragte mich diese Tage: "Krise? Welche Krise?" In der Tat, man liest zwar in den Medien und sieht im TV (also schon in den Mainstreammedien!) von den finanziellen und menschlichen Katastrophen in den südlichen Ländern Europas, doch bei uns im Volk ist die Krise noch nicht angekommen. Vielleicht sind die Menschen etwas sensibler geworden, doch wirklich realisiert wird die tatsächliche Lage nicht!

Deshalb werden von den meisten auch keine besonderen Vorbereitungen getätigt. Es scheint kaum notwendig zu sein auch nur kleinweise in eine Krisenvorsorge zu investieren. Doch parallel dazu sinkt das Vertrauen in unseren Euro. Viele versuchen noch "Etwas" dafür zu bekommen! Man nennt dies Crack Up Boom. Die Angst vor einer massiven Geldentwertung ist jedenfalls vorhanden!

Was allerdings bedenklich stimmt, ist die weitgehende Unfähigkeit der Bevölkerung, die kolportierten Summen, die derzeit als benötigt genannt werden, zu realisieren.

Ich habe bei meinem letzten Besuch in Belgrad Inflationsgeldscheine aus der Hyperinflation in den 90er Jahren gekauft. Die Banknote mit dem höchsten Wert beträgt unglaubliche 500 Milliarden jugoslawische Dinar. Wenn ich diese Geldscheinserie, beginnend mit 5.000 Dinar herzeige und den Betrachter bitte, den jeweiligen Wert abzulesen, hören die meisten bei 5 oder 10 Millionen Dinar auf. Höhere Zahlen können sie gar nicht mehr erfassen ...

Wie sollte dann der Ernst der Lage erkannt werden können, wenn Spaniens Banken geschätzte 150 Milliarden benötigen und Griechenland nach geschätzten 350 Rettungsmilliarden noch immer Bankrott ist? Irland, Portugal und Italien dabei noch nicht berücksichtigt wurde ...

Entweder der Euro muss in den nächsten Wochen drastisch entwertet werden oder das Spiel ist aus! Ich tippe eher auf Ersteres. Das würde bedeuten, dass wir in eine Hyperinflation rutschen. Im Vergleich zu anderen Währungen könnte der Euro empfindlich abgewertet werden, um über diese Abwertung eine teilweise Entschuldung zu erreichen. Das würde aber das Vertrauen in unsere Gemeinschaftwährung empfindlich stören. Es ist jetzt schon eine Flucht aus dem Euro und aus Eurowerten zu beobachten.

Und doch kann niemand sagen, was kommen wird. Wir wissen, die Politiker haben bisher voll versagt; auch ihre Prognosen erwiesen sich als vollkommen falsch! Demnach werden ihre kolportierten Lösungsansätze kaum Wirkung zeigen - wie bisher. Doch die Ressourcen werden von Tag zu Tag weniger, dadurch auch die Möglichkeiten das Steuer herum zu reissen.

Nicht nur ich bin der Auffassung, dass ohne tiefgreifende Systemänderungen, eine Krisenlösung ausgeschlossen werden kann. Diese werden wir allerdings kaum erleben, solange das jetzige System noch existiert. Denn die Mächtigen werden in jedem Fall alles daran setzen, diese Macht zu erhalten.

Darum wird auch jenen immer mehr weggenommen, die sich nicht wehren können (oder wollen ... noch nicht!), den unteren und mittleren Schichten. Dies führt allerdings, wie man in Griechenland und Spanien sieht, zu Demonstrationen, Aufständen und Verlagerung der politischen Kräfte. Plötzlich wird Radikalismus salonfähig und wählbar. Jene Parteien und Politiker, die bisher die Chance nicht nutzten der Krise entgegenzusteuern, verlieren.

Aus gutem Grunde, verlautbarte doch der letzte österreichische Finanzminster, dass die Millairdenzahlungen für Griechenland ein gutes Geschäft für Österreich wären. Nun kommt die jetzige Finanzministerin drauf, dass das Geld wohl weg ist! Und doch buttern wir weiter Milliarden in dieses System. Sollte der ESM kommen, werden sich diese Summen sogar vervielfachen. Doch es könnte sein, dass vorher sich der Euro verabschiedet!

Doch was dann? Die Staaten werden wieder ihre eigenen Währungen einführen, doch niemand weiss, was dieses explosive Experiment tatsächlich kosten kann und wird!

Was der "kleine Mann" tun kann, oder besser tun sollte, ist sich darauf vorzubereiten. Denn zu Bankschliesstagen und damit zu Nichtfunktionieren von Plastikgeld (Kreditkarten, Bankomat, etc.) wird es in Folge kommen. Möglicherweise werden aus Hunger auch Supermärkte geplündert. Dann sollte man zumindest für einige Wochen Lebensmittel und Trinkwasser zu Hause gelagert haben!

Wie schon erwähnt, niemand weiss, wie´s kommen wird! Aber man sollte doch auf gewisse Eventualitäten vorbereitet sein.

Die breite Masse ist es jedenfalls nicht! Sie sieht die Gefahr einer drastischen Verschärfung der Krise (noch) nicht! Und irgendwann ist es zu spät - morgen, nächste Woche, nächstes Monat, in einem halben Jahr ...

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