Die Zukunft Deutschlands ist die Zukunft der Welt

Thomas Carlyle


Donnerstag, 1. März 2012

Das Europa der Zukunft gehört sich selbst und den Entscheidungen der Menschen dieser Epoche

von Daniel Neun

Ein Antwort an die Ghostwriter von Helmut Kohl und auf deren antidemokratische Propaganda in der “Bild”-Zeitung.
Wie Sie wissen, haben Sie in ihrer ganzen Karriere, in ihrem ganzen Leben noch nie die Wahrheit gesagt. Es kam immer irgendetwas Heiliges dazwischen, auf die Sie sich rausgeredet haben. Betrug, das ist Ihr Knochenmark. Scheinheiligkeit ist Ihr für Sie der Segen, den sie erteilen und Heuchelei, das ist ein Kompliment für Sie. Sie haben es sogar nötig, einen alten Paten der westdeutschen Mafia, die sich immer noch im Besitz der Zweiten Republik wähnt, als Ihren Deckmantel zu missbrauchen. Sie repräsentieren den Ausfluss einer Generation von Bruderschaften und Logen, die als Bande von Hochverrätern und Imperialisten in den Geschichtsbüchern stehen wird; nicht nur in der Republik Deutschland, sondern auch allen anderen europäischen Demokratien, die diesen perfiden Feldzug gegen alle Errungenschaften der Kultur und Zivilisation bislang überstanden haben und auch weiterhin überstehen werden.
Sie schreiben in der “Bild”-Zeitung im Namen von Helmut Kohl:
“Wer jetzt in der Krise zweifelt, dem halte ich entgegen: Wo stünden wir heute in Europa, wenn wir den Kleinmütigen und Bedenkenträgern immer erlegen wären und die große europäische Idee nicht gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt hätten?”
Wir stehen heute auf einem Kontinent Europa, auf dem sämtliche Staaten, die sich der 1992 unter Regide Helmut Kohls gegründeten “Europäischen Union” angeschlossen haben, sich einer Bedrohung der eigenen Demokratie und Gewaltenteilung ausgesetzt sehen – explizit diejenigen Mitgliedsstaaten des Staatenbundes, die ihr Finanz- und Währungssystem als epische Trottel ohne Glück gegen das Euro-System getauscht haben, um sich historisch mal ordentlich zu erleichtern.
Wo wir heute stehen, daß verdanken wir den Kleingeistern, den Untertanen, den Dienern und Machtträgern, die sich kleine Bedenken hinterher tragen und bisweilen honorig vor Augen fallen lassen. Feiglinge – das sind Sie. Nichts als Feiglinge, die jede Idee missbrauchen und benutzen, die ihnen in ihre schmutzigen, verlogenen Finger kommt. Zusammen mit diesen abstoßenden Exemplaren des zugleich mächtigsten und erbärmlichsten Parlaments der Welt, dem Bundestag, sind Sie der Abfall einer Generation. Sie haben nichts als Geld, Macht und Privilegien. Aber das langt nicht zu einem Putsch. Das langt einfach nicht. Nicht gegen die Deutschen des 21. Jahrhunderts, die ein Grundgesetz auf Ihrer Seite haben, das heute unsere Verfassung ist, wo es doch ursprünglich für ganz andere Zwecke dienen sollte. Sie wissen, wovon ich rede.
“Die aktuelle Diskussion in Europa und die krisenhafte Lage in Griechenland dürfen jetzt nicht dazu führen, dass wir das Ziel des geeinten Europas aus den Augen verlieren oder gar infrage stellen und zurückweichen. Das Gegenteil ist richtig: Wir müssen die Krise als Chance nutzen. Wir brauchen – gerade jetzt – mehr und nicht weniger Europa.”
Krisen zu verursachen um sie zu benutzen ist seit dem Römischen Reich ein imperialer Klassiker. Sie haben dafür gesorgt, daß die Deutschen so dämlich, so unselbstständig und so ungebildet sind, daß sie selbst Klassiker vergessen haben und schon Mühe haben sich überhaupt an irgendetwas zu erinnern, geschweige denn einen einzigen Satz zu lesen und diesen dann auch noch zu verstehen. Mag es daran liegen, daß sie im Radio nicht mehr ihre eigene Sprache hören und in Zeitungen, TV-Shows, und anderen Berieselungs-Mechanismen nur noch einen Abklatsch davon – vor lauter Agreements, Shareholder Value und Common Approach tendieren die Deutschen sich lieber alles ex ante aus der Tasche ziehen zu lassen, bevor sie zugeben, daß sie keine Ahnung haben, was man jetzt schon wieder von ihnen will. Na Hauptsache, die sind alle so schick angezogen. Wird schon richtig sein, so wie die rumlaufen.
Werte Ghostwriter des dahin dämmernden Paten Helmut Kohl: Sie sind es, die bereits zurückweichen. Ja, Sie. Sie haben schon verloren und Sie wissen es. Die “Europäische Union” ist per Definition – und das heisst: per Definition des Bundesverfassungsgerichts im Urteil 2 BvE 2/08 vom 30. Juni 2009 zum Lissabon-Vertrag -
eine enge, auf Dauer angelegte Verbindung souverän bleibender Staaten, die auf vertraglicher Grundlage öffentliche Gewalt ausübt, deren Grundordnung jedoch allein der Verfügung der Mitgliedstaaten unterliegt und in der die Völker - das heißt die staatsangehörigen Bürger - der Mitgliedstaaten die Subjekte demokratischer Legitimation bleiben.”
Das langt Ihnen natürlich nicht, weil Sie permanent Angst davor haben, daß die Deutschen die Demokratie entdecken. Ohne ebenfalls diesem ganzen biologistischen, rassistischen, eugenischen Wahnsinn anheimzufallen, der noch immer den Terminus religiöser Verrückter geprägt hat – ihre mentalen und historischen Vorbilder haben diese Angst seit der Revolution von 1848.
Mentalität kommt vom Großvater, Tradition vom Großvater des Großvaters. Meine Formel, entwickeln Sie eine andere. Macht man nun von dieser Formel Gebrauch, so stößt man auf einen permanenten Kontrollprozess gegen und über die Deutschen, der sich seit Gründung des Kaiserreichs 1871 (sowie der Einführung des Papiergeldes und der Gründung gewisser Banken im gleichen Zeitraum) wie ein dunkler Faden durch die Geschichte zieht.
Wer nicht in der Lage ist, mit der Mentalität und der Tradition der eigenen Familie zu brechen, der ist nicht in der Lage mit der Mentalität und der Tradition seiner Gesellschaft und seines Landes zu brechen. Das wird in dem Augenblick zum Problem, in dem man z.B. sein eigenes Land in Schutz nehmen muss, gegen den Willen derjenigen, die es regieren und beherrschen. Und dann auch noch gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung, weil die – wenn sie schon keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht und das immer schlechter – nur will, daß dieses Gemecker endlich aufhört.
In solchen Momenten sind Persönlichkeiten, die gewohnt sind Mentalitäten und Traditionen in Frage zu stellen, am besten befähigt eine Demokratie und Republik zu verteidigen, die noch keine demokratische und republikanische Tradition hat und gerade erst – zart, verletzbar, naiv, eben wie in Kind – beginnt, eine entsprechende Mentalität zu entwickeln.
“Mehr Europa”. Wer diesen sehnsüchtigen Ausspruch “Mehr Licht” kennt, muss Mitleid mit den vereinten Antidemokraten aller, aber auch wirklich aller Couleur haben. Oh lasset uns machen mehr Gold. Mehr Asien. Mehr Planet. Mehr Universum. Nein, doch mehr Schwachsinn. Ahhhh, sehet her… welches Wunder wir Alchemisten wieder mal bewirkt haben. Preiset uns und knutscht uns die Fesseln, die unverwundbaren. Schnell, schnell, bevor uns der heimtückische Pfeil eines antieuropäischen Erkenntnisträgers trifft, der oben auf den Zinnen eines so verdammt uneroberbaren neuen Trojas immer auf uns runter hält und diesen ganzen Trojanern verklickert wer sie sind und daß sie ihr blöden Griffel vom Tor lassen sollen, obwohl da draußen so ein schönes Holzpferdchen steht, mit ganz doll viel pro-trojanischen Rettern drin.
Dieses ganze Gefasel von “Mehr Europa” ist so ein hirnerweichender Schwachsinn, daß mir die immer wieder großen Augen meiner Landsleute und Zeitgenossen (kann auch mal ein Unterschied sein) bei diesem Thema richtiggehend Schmerzen, körperliche Schmerzen verursachen. Wie konnte es nur dazu kommen, daß ein ganzes Land (und nicht nur dieses) so unfassbar verblödet? Wie konnte das alles nur passieren?
Ich werd´ es Ihnen sagen: weil Sie es so wollten. Und jetzt rede ich mit allen.
Wagen Sie es bloß nicht, irgendwem auf der Welt und darüber hinaus die Verantwortung für Ihre Gleichgültigkeit, Ihre Faulheit und Ihr Versagen vor der Geschichte zuschanzen zu wollen. Wagen Sie das nicht.
Diesbezüglich gilt es noch ein Missverständnis zu klären: säkular heißt nicht atheistisch, sondern die simple Einsicht, daß Politik das dreckigste Gewerbe der Menschheit ist und viel mit dem ältesten gemein hat. Der Versuch, das einem allmächtigen Gott überstülpen zu wollen, das ist für mich die schlimmste aller nur denkbaren Gotteslästerungen überhaupt.
Also, Ihr Politik-, Finanz- und Geldpolitikreligiösen, bereitet Euch auf einen echten Gegner und eine echte Flucht vor, wohin diese Euch auch führen möge. Das Europa der Zukunft jedenfalls, das gehört sich selbst und den Entscheidungen der Menschen dieser Epoche. Und irgendwann wird all diesen durch den Kapitalismus versauten Eigentümlern in den eigenen, souveränen Demokratien auffallen, daß manche der wertvollsten Dinge einem nur dann gehören, wenn es auch allen anderen Bürgern dieser souveränen Demokratien gehört.
Quelle >>> radio-utopie

Auch wenn ich nicht mit der Auffassung über das Grundgesetz mit Daniel Neun konform gehe, so muss man einfach sagen, dass seine Artikel und die damit verbundenen Einschätzungen zur Lage, als auch zu geschichtlichen Hintergründen, nach meinem Gutdünken Hand und Fuß haben. Ich bedanke mich an dieser Stelle für diesen "schreieneden" Beitrag.
Ansonsten habe ich zum Verlauf der bisherigen Woche eigentlich nur noch zu sagen, dass ich gar nicht so viel essen kann, wie ich k...en möchte. Das, was "unsere Volksvertreter" da treiben, kann man meines Erachtens getrost als Landes- und Hochverrat bezeichnen und somit gehören sie eigentlich hinter Schloss und Riegel, und das bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag!
Um das alles besser zu verstehen, ist es nötig, dass man in der Geschichte zurück geht und das, was man ständig eingetrichtert bekam und bekommt einmal völlig ausblendet. Nur so kommt ihr zu besserer Erkenntnis! Und deshalb habe ich für euch hier noch den Link zu einem äusserst interessanten elektronischen Buch, welches ich euch hiermit dringlichst ans Herz lege.

 Dr. Robert L. Brock (Herausgeber)


noch passend zu dem ganzen Dilemma:
von: conrebbi
  
und 
StaSeVe Aktuell - Nachrichten am 29.02.2012 mit Peter Frühwald 

 

1 Kommentar:

  1. Das zwischenzeitlich von der hohen Politik angerichtete Chaos muss schnellstmöglich geordnet werden, ohne dass sich dabei unzumutbare Härten für alle Wirtschaftsteilnehmer ergeben. Das ist keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe, selbst wenn die hohe Politik bis zum Eingeständnis ihrer Unfähigkeit noch mehr Chaos anrichtet. Tatsächlich ist die „Währungsunion“ nichts anderes als ein groß angelegtes Beschäftigungsprogramm für ansonsten im Kapitalismus arbeitslose Bürokraten. Ihre Auflösung bringt für alle Staaten Europas nur Vorteile. Zwar wäre es prinzipiell möglich, den Euro mit einer konstruktiven Umlaufsicherung zu versehen und damit eine echte Währungsunion zu schaffen, doch das würde bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Zum einen müsste in diesem Fall auch ein zentral verwaltetes, allgemeines Bodennutzungsrecht für ganz Europa in kürzester Zeit geschaffen werden; zum anderen müssten komplizierte finanzielle Ausgleichsmechanismen installiert und verwaltet werden, um die seit der Einführung des Euros durch die Zinsumverteilung gewachsenen, wirtschaftlichen Differenzen zwischen den Mitgliedsstaaten über mehrere Jahre abzumildern, bis die selbstregulativen Mechanismen der Natürlichen Wirtschaftsordnung die Ungerechtigkeiten ganz beseitigen. Das sind schon wieder zu viele Konjunktive. Es ist einfacher und gerechter, wenn jeder Staat seine Bodennutzung selbst verwaltet und eine eigene, konstruktiv umlaufgesichterte Indexwährung mit einem der jeweiligen Binnenwirtschaft repräsentativem Warenkorb erhält. Freie Wechselkurse und der zollfreie Handel (Freihandel) zwischen den Staaten werden dann automatisch alle wirtschaftlichen Ungleichgewichte ausregeln. Danach können sich die Staaten freiwillig entscheiden, ob es für sie vorteilhaft ist, mehrere Währungsräume und die entsprechenden Bodenverwaltungen zusammenzulegen.

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

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