Die Zukunft Deutschlands ist die Zukunft der Welt

Thomas Carlyle


Mittwoch, 5. Oktober 2011

Cash – Crash – Krise

isw-KONJUNKTURBERICHT Herbst 2011
Fred Schmid

Die Frage ist nicht mehr, ob die Blase platzt, sondern wann und wo. Das Epizentrum der Krise ist diesmal zweifelsohne die Eurozone. Ist der Auslöser ein Staatsbankrott mit Dominoeffekt, ein Banken-Crash mit Kettenreaktion, ein Banken-Run in einem der Problemländer, ein globaler Börsenkrach...? Der plötzliche und steile Absturz der Börsen nach dem Downgrading der USA durch eine Rating-Agentur gab schon mal einen Vorgeschmack. Ein Drittel haben die Aktien der 30 Dax-Konzerne seit Ende Juli an Wert verloren. Die europäischen Bankaktien rauschten noch schneller in den Keller. Französische Großbanken, wie BNP Paribas, Societe Generale, Credit Agricole, die schweizer UBS, die italienische UniCredit, aber auch die Deutsche Bank sind heute zum Schnäppchenpreis zu haben. Ein Grund, weshalb sich Großzocker Warren
Buffett mit zehn Prozent bei dem Frankfurter Geldhaus einkaufen will. Bei den Banken grassiert die Angst vor einer griechischen Staatspleite, vor einem Downgrading anderer Staaten und damit der Pflicht zur Kapitalisierung der betreffenden Staatsanleihen in ihren Bilanzen (siehe Schmid/Schuhler, Jetzt der große Knall – und was dann, isw-wirtschaftsinfo 45, S. 12). Der IWF sieht Löcher in Europas Bankbilanzen von bis zu 300 Milliarden Euro. Allein 200 Milliarden gingen nach Ansicht der IWF-Ökonomen auf das gestiegene Risiko bei Staatsanleihen in den Euro-Krisenländern zurück (FTD, 22.9.11). Die Banken selbst fürchten den großen Knall, ein Lehmann 2.0 mit der Gefahr einer Kernschmelze im Finanzsystem. Sie misstrauen einander, ob der faulen Staatspapiere, die sie jeweils in den Tresoren haben. Deshalb helfen sie sich untereinander kaum noch mit kurzfristigen, so genannten Übernachtkrediten aus, was zur Austrocknung des Interbankenmarktes führt. Dabei haben sie gerade in den letzten Jahren bewiesen, wie toll sich mit der staatlichen Schuldenkrise und neuen Investmentgeschäften verdienen lässt. Die Deutsche Bank fährt in diesem Jahr einen Gewinn vor Steuern von zehn Milliarden Euro ein; vier Fünftel davon stammen aus dem Investmentbanking. Die Politik hätte die Banken zwingen müssen, die Gewinne zur Stärkung des Eigenkapitals zu verwenden. Denn die Finanzkonzerne haben sich vollgesogen mit vermeintlich sicheren Staatsanleihen, denen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen kein Eigenkapital unterlegt werden musste,
die sich jetzt aber als risikobehaftet herausstellen (Schmid/Schuhler, S. 9f).
Es kann zum Krisenauftakt aber auch zu einer Verpuffung in der Realwirtschaft kommen, in Form einer handfesten Rezession. Oder Finanzkrise und Rezession im Doppelpack, wie gehabt. Die neue Chefin des Weltwährungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte bei der Notenbanker-Konferenz Ende August in Jackson Hole (USA) vor der globalen Rezessionsgefahr: „Entwicklungen in diesem Sommer haben gezeigt, dass wir uns in einer gefährlichen neuen Phase befinden“. Und Weltbank-Präsident Robert Zoellick sieht voraus, man befinde sich „am Beginn eines neuen Sturms in der Weltwirtschaft“. Nur die deutsche Angela merkelt noch nichts: ...
Quelle >>> weiter lesen

Bush-Beraterin: “Deutschland wird aus dem Euro aussteigen”
Beitrag von Bürgender | 5. Oktober 2011
 
Deutschland bereite sich vor, die gemeinsame Währung Euro zu verlassen, sagte Philippa Malmgren, ehemalige Wirtschaftsberaterin vom ehemaligen US-Präsident George W. Bush. “Meine Ansicht ist, dass sich Deutschland aus der Währungsunion zurückziehen wird”, wie sie laut einem Bericht des Portals Moneynews auf einer Investorenkonferenz in London bemerkte. “Die Entscheidung wurde seitens der Regierung bereits getroffen und das Verlassen der Währungsunion ist durchaus möglich und ich denke, dass die Druckerpressen bereits die alte D-Mark drucken.” Malmgren, Mitbegründerin von Principalis Asset Management, räumte ein, dass ein Austritt aus der Eurozone ein radikaler Schritt sei und dazu führen werde, dass deutsche Exporte dadurch stark belastet würden. Doch fügte sie hinzu, dass die deutsche Industrie stark genug sei, um dies zu verkraften.
Länder, die in der Vergangenheit Währungsunionen verlassen hätten, seien in der Regel die größeren, wohlhabenderen und demokratischeren Länder gewesen. Malmgren sagte voraus, dass weitere Länder der Eurozone pleite gehen und tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft stattfinden würden. “Es ist wichtig, die Öffentlichkeit darauf vorzubereiten und mit dieser Situation richtig umzugehen.” Malmgren ist mit ihrer düsteren Prognose nicht die einzige, die die Probleme in der Eurozone als schwere Bedrohung betrachtet.
“Der Euro steht kurz vor seinem hässlichen Ende”, sagte Stefan Homburg, Leiter des Institut für Öffentliche Finanzen, laut der britischen Zeitung The Telegraph. “Ein Zusammenbruch der Währungsunion erscheint jetzt unausweichlich.” Auch die Irische Zentralbank drucke bereits seine alte Währung für den Fall, dass das Land beschließt, die Eurozone zu verlassen, wie Moneynews weiter berichtet. Zumindest mache das Gerücht in Dublin die Runde, wie Alan McQuaid, Chefvolkswirt bei Bloxham Stockbrokers in einem Gastbeitrag in der britischen Zeitung The Guardian schrieb. Er sei nicht sicher, ob das Gerücht wahr ist. Aber er hoffe, dass Irland Notfallpläne hat für den Fall, dass der Euro zerfällt.
Zahlen & Fakten
  1. 90 Prozent der deutschen Bürger glauben, dass die Schuldenkrise mit immer größeren Rettungsschirmen nicht gelöst werden kann
  2. Die griechische Staatsverschuldung erreicht laut Prognosen nächstes Jahr 172% des BIP
  3. Das griechische Defizit beträgt Ende des Jahres voraussichtlich 9%
  4. Barclays rechnet mit einem Rückgang von 5,7% des griechischen BIP in diesem Jahr
  5. Seit Mai 2010 kaufte die EZB Staatsanleihen im Gesamtwert von 115,5 Milliarden Euro
  6. Europäische Bankaktien fallen im Sinkflug, ähnlich wie 2008
  7. Laut der griechischen Regierung gibt es nur noch Liquidität, um diesen Monat zu überstehen
  8. Geht Griechenland pleite, könnte Portugal unmittelbar danach ebenfalls pleite gehen
  9. Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien schulden dem Rest der Welt insgesamt 3 Billionen Euro
Quelle >>> Gegenfrage.com



„Mir ist es egal, welche Marionette auf dem Thron von England sitzt und ein Imperium regiert, wo die Sonne nie untergeht. Der Mann, der die Geldmenge Britanniens kontrolliert, kontrolliert das Britische Imperium, und ich bin der Mann, der die Geldmenge Britanniens kontrolliert.”  
(1777-1836)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen